Dream it. Plan it. Do it. – Eine Vision entwickeln und Ziele setzen

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Teil 1: Die Vision – der Nordstern für Ihr Leben

In Ihrem Kopf formt sich ein Bild, scharf wie ein Messer. Eine innere Stimme fragt: Willst du wirklich? Und Sie antworten: Ja.

Mit jedem Atemzug wird das Bild deutlicher, mit jedem Wort konkreter: Aus Zweifel wird Entscheidung, aus der Vorstellung Realität. Das Bild schneidet den Nebel weg und öffnet einen klaren Pfad vor Ihren Augen.

So entsteht Ihre Vision. Ihre Lebensvision — ein Nordstern, der Orientierung schenkt, Mut entfacht und Richtung gibt, selbst in stürmischen Zeiten.

 

Eine Vision beginnt zunächst als Traum, doch irgendwann, wenn Sie sie immer weiter verfolgen, ist sie mehr als bloße Träumerei und nimmt Konturen an. Sie ist ein klares, wohldefiniertes Bild davon, wie Sie leben wollen, was Sie erreichen möchten, verbunden mit dem Warum, das Sie antreibt. Sie bündelt Werte, Einstellungen und Haltungen in ein favorisiertes Zukunftsbild, das Sie auch dann leitet, wenn der Weg beschwerlich wird.

Eine Vision dient als Kompass: Sie zeigt Ihnen, wohin Sie gehen und hilft Ihnen zu entscheiden, welche Schritte wirklich zählen. Sie setzt abstrakte Wünsche in die Realität um; sie inspiriert, fordert heraus und gibt Ihnen Mut, auch riskantere oder unbequeme Entscheidungen zu treffen.

Kurz: Eine Vision ist die Zukunft, die Sie aktiv gestalten, statt sie dem Zufall zu überlassen.

„Nicht weil die Dinge unerreichbar sind, wagen wir sie nicht – weil wir sie nicht wagen, bleiben sie unerreichbar.“ (Seneca)

Ihre Lebensvision – Orientierung, Motivation, Sinnfülle

Viele von uns kennen dieses Gefühl: Wir wissen, was wir nicht wollen; aber wir wissen nicht genau, was wir stattdessen wollen. Wir spüren den Wunsch nach Sinn, nach Freiheit, nach Liebe, nach Erfüllung – doch die Antwort liegt im Verborgenen.

Oft sind wir in Situationen verfangen, die uns nicht gut tun, die uns unglücklich machen und von denen wir nur wissen, dass es besser wäre, sie zu verlassen. Aber wir sind unsicher, wie wir das bewerkstelligen können; wir fragen uns, ob es wirklich sinnvoll ist, etwas zu ändern; und uns fehlt der Mut, uns in eine neue Richtung zu begeben, von der wir nicht wissen, wohin sie führt.

Hier kann eine klare Vision Wunder wirken: Sie gibt uns ein leuchtendes Ziel, einen Bilderrahmen dafür, wie unser Leben aussehen könnte. Eine Vision macht den bislang nebulösen Wunsch nach Veränderung konkret; sie formuliert Werte, Prioritäten und zeichnet das Bild einer greifbaren Zukunft.

Eine Vision dient als Kompass in Momenten der Unsicherheit; sie motiviert uns, die ersten Schritte zu gehen – zunächst vielleicht zögerlich und etwas unsicher, doch mit der Zeit immer fester und ausladender; sie hilft uns, Entscheidungen im Einklang mit dem gewünschten Weg zu treffen.

Doch wie gelangen wir zu unserer Lebensvision? Was kann uns helfen, unsere Vision zu entwickeln? – ein paar Anregungen:

1. Rückblick in die Kindheit:

Wo wohnen unsere ersten Träume? In der Kindheit.
Wenn wir unsere Lebensvision entwickeln, kann ein Blick zurück in die Kindheit helfen, uns unsere Wünsche wieder bewusst werden zu lassen. Vielleicht liegt der Schlüssel zu Ihrer Vision in Geschichten, die Sie als Kind geträumt haben – Geschichten von Abenteuern, Berufen oder Vorbildern.
Sicher, als Kind haben wir kein fertiges Bild oder eine konkrete Vorstellung von unserer Zukunft. Aber als Kind haben wir in der Regel eine enorme Phantasie und denken weniger in den Grenzen, was möglich ist und was nicht. Nur irgendwann verlieren wir diese Träume aus den Augen oder wir sagen uns, es ist sowieso nicht möglich – und hier können wir ansetzen:

Mögliche Impulse:

Sich an Träume erinnern:

  • Welche konkreten Kinderträume hatten Sie (Beruf, Abenteuer, Helden….)?
    Formulieren Sie sie in ein paar Sätzen.

Kindliche Neugier wiederentdecken:

  • Welche Dinge haben Sie als Kind besonders fasziniert? Listen Sie mindestens 5 solcher Themen auf.

Lebensraum der Kindheit:

  • An welchen Orten haben Sie sich damals sicher und frei gefühlt? Beschreiben Sie einen Ort, der Ihnen heute wieder zugänglich werden könnte.

Werte in der Kindheit:

  • Welche Werte waren Ihnen als Kind wichtig (Mut, Unabhängigkeit, Kreativität, Freiheit)? Prüfen Sie, wie sie Sie heute leben.

Zukunft im Spielmodus:

  • Wenn Sie heute mit der gleichen Offenheit wie als Kind an die Zukunft herangehen, welche drei “Spielregeln” würden Sie festlegen?

Bindung und Zugehörigkeit:

  • Welche Menschen, Gruppen oder Gemeinschaften haben Ihnen in der Kindheit Halt gegeben?
  • Wie können Sie eine ähnliche Zugehörigkeit heute erleben – sofern Sie diese momentan nicht erleben?

2. Reflexion:

Nichts selten führen wir ein Leben, dass uns von anderen vorgegeben ist. Das muss nicht bewusst sein; oft übernehmen wir unbewusst Muster aus unserer Umgebung, unserer Erziehung oder der Gesellschaft, in der wir leben. Reflexion hilft, diese Muster sichtbar zu machen und zu entscheiden, welche Teile wir beibehalten und welche wir hinter uns lassen möchten. 

Fragen Sie sich: Was ist Ihnen wirklich wichtig? Welche Werte sollen Ihr Leben prägen? Welchen Sinn möchten Sie Ihrem Leben geben?

Mögliche Impulse:

Werteranking:

  • Notieren Sie 6–8 zentrale Werte und ordnen Sie ihnen eine Priorität zu.
  • Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihr Alltag sie wirklich widerspiegelt.

Lebensbereiche prüfen:

  • Welche Werte zeigen sich in Arbeit, Freundschaften, Gesundheit, Freizeit und Spiritualität?
  • Wo fehlt vielleicht eine Übereinstimmung?

Lebensrollen ins Visier nehmen:

  • Welche Rollen (Beruf, Partnerschaft, Freundschaft, Familie, Vereine) dominieren in Ihrem Leben?
  • Welche Rollen stimmen (noch) mit Ihren Werten überein?
  • Welche Rollen machen Sie zufrieden und glücklich; welche sollten Sie vielleicht ändern oder loslassen?

Sinn finden:

  • Beschreiben Sie in ein paar Sätzen, was Ihrem Leben Sinn verleiht.
  • Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihr Alltag damit übereinstimmt.

Einflussfaktoren identifizieren:

  • Welche Personen, Routinen oder Medien beeinflussen Ihre Werte und Ihren Sinn?
  • Welche können bzw. sollten Sie entfernen oder verändern?

Fremdbilder erkennen:

  • Welche Erwartungen anderer beeinflussen Sie?
  • Welche davon sind sinnvoll, welche sollten Sie loslassen?

Grenzen setzen:

  • Welche Grenzen sollten Sie setzen, um Ihren Werten treu zu bleiben?
  • Welche konkreten Situationen, Menschen erfordern klare Abgrenzung bzw. sogar Trennung?

3. Visualisierung:

Stellen Sie sich vor, Sie blicken drei oder fünf Jahre in die Zukunft: Wie sieht Ihr Leben dann aus, wenn alles so läuft, wie Sie es sich wünschen?

Lassen Sie vor Ihrem inneren Auge ein Zukunftsbild entstehen. Dieses Bild können Sie (je nach Vorliebe) in der Meditation entwickeln, bei einem Spaziergang, indem Sie ein Visionsboard gestalten oder einen Brief an eine Freundin, einen Freund schreiben.

Dabei können Fragen helfen, wie beispielsweise:

  • Wie sieht Ihr jetzt Leben aus?
  • Was haben Sie in den letzten Jahren gelernt? (Sprachen, Sport, neue Hobbys…)
  • Wo wohnen Sie, und wie ist Ihr Umfeld?
  • Welche Arbeit oder Tätigkeit üben Sie aus, und wie erfüllt Sie diese?
  • Wie haben Sie sich persönlich weiterentwickelt? (Charaktereigenschaften, Fähigkeiten…)
  • Welche kleinen und großen Erfolge haben Sie verbucht?
  • Welche Beziehungen haben Sie aufgebaut und gepflegt?
  • Welche Träume haben Sie sich erfüllt?
  • Was hat Sie so richtig glücklich gemacht?

 

Träumen Sie groß.

Malen Sie Ihre Zukunft in den schönsten und leuchtendsten Farben.

Eine Vision ist mehr als ein bloßes Bild der Zukunft.
Eine Vision fungiert als klarer Nordstern, der Orientierung, Motivation und Sinn in Ihr tägliches Tun bringt.
Und wir können Sie in jedem Alter, in jedem Lebensabschnitt entwickeln. Denn es ist nie zu spät, das Steuerrad des Lebens herumzudrehen und einen anderen Kurs zu nehmen. Gelegentlich müssen wir gegen Sturm navigieren; vielleicht kentern wir sogar fast. Doch wenn der Nordstern uns führt, wenn unsere Vision uns immer wieder vor unserem inneren Auge erscheint, werden wir ankommen – vorausgesetzt, wir setzen klare Ziele; denn diese benötigen wir, um unsere Vision wahr werden zu lassen.

„Wer nicht weiß, wohin er will, braucht sich nicht zu wundern, wenn er woanders ankommt.“  (Mark Twain)

Und wie Sie Ihre Vision in konkrete Ziele verwandeln und wie Sie diese erreichen können, werden Sie im zweiten Teil erfahren.