„Das Leben, das ich selbst gewählt.“ (Beat Imhof)

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Das Leben verläuft nicht geradlinig. Für niemanden. Wir müssen Umwege in Kauf nehmen; wir stehen an einer Weggabelung und müssen uns entscheiden; wir landen in einer Sackgasse. Oder wir finden uns gar in einem tiefen Tal wieder.
Doch es gibt auch Momente, in denen wir auf einem Gipfel stehen und hinunter ins Tal blicken. Dann wissen wir: Ich habe es geschafft! Ich bin mit all meiner Kraft durch dieses Tal gegangen. Ich bin stärker geworden. Jetzt schaue ich von oben voller Zuversicht auf den Weg, der vor mir liegt.

„Das Schöne am Leben ist, dass man fast alles ändern kann, wenn man wirklich will.“

(Isa Miranda)

Vielleicht klingt dieses Zitat für manche wie ein Aufruf zur Selbstoptimierung: Alles ändern können, wenn man wirklich will. Doch hinter diesem Satz steckt weit mehr als ein Motivationspruch. Es geht um Klarheit, um Visionen und Ziele, um Werte, um die Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen und Veränderungen zu wagen. Und es geht um Mut; um Mut, über sich hinauszuwachsen.

Stellen wir uns vor, wir könnten rückblickend sagen: Das war das Leben, das ich leben wollte. Natürlich mit Abstrichen – doch mit Blick auf das Wesentliche:

  • Habe ich gelebt, wofür mein Herz schlägt?
  • Habe ich den Mut gehabt, meinen Träumen zu folgen, auch wenn der Weg schwierig war?
  • War ich ehrlich zu mir selbst und zu den Menschen, die mir wichtig sind?
  • Habe ich Beziehungen gepflegt, die mir wirklich gut tun und mich wachsen lassen?
  • Habe ich jeden Tag zumindest eine kleine Entscheidung getroffen, die meinem inneren Kompass entspricht?
  • War ich präsent bei den Momenten, die wirklich zählen, statt mich von Ablenkungen treiben zu lassen?
  • Habe ich Fehler gemacht und daraus gelernt, statt sie als Versäumnisse zu sehen?
  • Habe ich mir Zeit genommen, zu staunen, zu lachen und das Leben zu genießen?

Die Macht der Entscheidungen

Jeder von uns hat die Möglichkeit, sein Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Das bedeutet nicht, dass alles immer perfekt läuft oder dass es keine Herausforderungen gibt. Vielmehr geht es darum, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung für diese zu übernehmen und mutig den Weg zu gehen, der uns wirklich erfüllt.

Nur: Sich entscheiden – das ist oft leichter gesagt als getan.
Jede Entscheidung, die wir treffen, bedeutet auch Abschied von anderen Möglichkeiten. Mit jeder Wahl gehen bestimmte Optionen verloren, und dieser Verlust schmerzt oft. Um diese Schmerzen in Entscheidungsprozessen abzufedern, hilft uns Akzeptanz; es hilft uns, loszulassen, nicht alles haben zu wollen und vor allem nicht sofort, aus der Angst heraus- und ins Vertrauen hineinzugehen. Und es hilft: Verzicht. Denn unsere Zufriedenheit hängt nicht von der Anzahl der Erfüllung unserer Wünsche ab, sondern davon, wie wir das, was wir haben, schätzen und genießen.

„Es gibt ein erfülltes Leben, trotz vieler unerfüllter Wünsche.“ (Dietrich Bonhoeffer)

Sich nicht zu entscheiden, ist ebenfalls eine Entscheidung – oft die unglücklichste.

Denn: Wer sich nicht entscheidet, wer passiv ist, wer lediglich abwartet, der lässt sich treiben, oder er wird von anderen geführt. Und lebt dann mit größter Wahrscheinlichkeit ein Leben, das er gar nicht führen will und das ihn unglücklich macht.
Doch was hilft uns, Entscheidungen zu treffen?

Visionen und Ziele als Wegweiser

Unsere Visionen und Ziele geben uns eine gute Orientierung. Sie fungieren als Kompass, der uns durch den Entscheidungswald führt. Wenn wir klar sehen, wohin wir wollen, fällt das Abwägen leichter, das Ausloten von Optionen konkreter und die Wahl wird erfüllender.

Eine Vision ist wie ein inneres Bild davon, wie wir unser Leben in der Zukunft sehen möchten. Sie gibt uns Orientierung und Motivation, auch in schwierigen Zeiten dranzubleiben. Doch beim Ausmalen unserer Vision dürfen wir nicht stehen bleiben. Aus dieser entwickeln wir Ziele – konkrete Schritte, die uns helfen, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.
Das Setzen von Zielen ist essenziell, um unsere Träume greifbar zu machen. Sie helfen uns, unsere Träume zu verwirklichen und sie nicht vor uns herzuschieben. Nicht „ich habe ja noch Zeit“, sondern: jetzt handeln, heute beginnen, kleine Schritte wagen. Träume sollten keine schwebenden, unerreichbaren Fantasien sein, sondern Vorstellungen, die wir Schritt für Schritt in die Realität überführen – mit Entschlossenheit, Planung, Ausdauer und Mut.

Ohne Mut geht es nicht

Entscheidungen zu treffen, bedeutet oft, Grenzen zu überschreiten, aus der Komfortzone herauszutreten und sich neu zu erfinden. Und dafür ist Mut erforderlich. Insofern können wir Mut fast als den Motor des Lebens bezeichnen, das man führen will. Mut zeigt sich dort, wo wir uns von Menschen trennen, die uns nicht gut tun, oder von Verhaltensweisen, die uns klein halten oder uns schaden. Es braucht Mut, eigene Überzeugungen zu hinterfragen und gegebenenfalls loszulassen, was uns nicht mehr dient. Und es braucht oft Mut, zu seinen Überzeugungen zu stehen, sie zu verteidigen, gegebenenfalls gegen den Strom zu schwimmen und sich gegen gesellschaftliche Konventionen zu stellen.

Gleichzeitig bedeutet Mut auch, Gefühle zuzulassen und zu teilen. Zu sagen, was man fühlt – auch wenn man unsicher ist, ob die andere Seite dasselbe empfindet. „Nein sagen“ zu allem, was nicht gut tut; „Ja“ zu dem, was uns wirklich zutiefst berührt.
Und ja: Wer offen und ehrlich kommuniziert (auch wenn es nicht immer auf Gegenliebe stößt), geht oft mit mehr Klarheit durchs Leben. Am Ende gilt die einfache, aber kraftvolle Regel: Wenn wir mutig handeln, wartet oft das Glück.

Doch wie gelingt es uns, uns immer wieder vor Augen zu führen, welches Leben wir leben wollen?
Oft verlieren wir unsere Wünsche und Visionen im Alltag aus den Augen. Wir hetzen von einer Anforderung zur nächsten, funktionieren teilweise nur noch und fühlen uns unecht. So verlieren wir uns mehr und mehr aus den Augen.
Es ist wichtig, sich regelmäßig Zeit zu nehmen, einmal innezuhalten und zu reflektieren.

 

Innehalten und Reflektieren

Es gibt eine schöne Übung der Logotherapeutin und Frankl-Schülerin Elisabeth Lukas, die zum innehalten und reflektieren geradezu einlädt:

Stellen Sie sich vor, Ihr Leben ist heute Nacht um 24 Uhr beendet. Und nun stellen Sie sich die Frage:
Wofür in meinem Leben bin ich dankbar? Was in meinem Leben hat mich zutiefst erfreut und glücklich gemacht?
Überlegen Sie in aller Ruhe.

Nach einer Weile stellen Sie sich erneut vor, dass Ihr Leben heute Nacht um 24 Uhr endet. Und nun stellen Sie sich die Frage:
Worum ist es schade, dass ich das nicht erlebt bzw. umgesetzt habe? Was bereue ich, es nicht getan zu haben?
Überlegen Sie ganz in Ruhe.

Diese Übung rückt auch in den Fokus:
Dankbarkeit für all das, was wir in unserem bisherigen Leben erleben durften, was uns geschenkt worden ist; aber auch, was wir erreicht und erkämpft haben, worauf wir stolz sind.
Bescheidenheit dafür, dass sich nie all unsere Wünsche erfüllen lassen; das jeder von uns Abstriche im Leben vornehmen muss.
Und Freude über all das, was wir in Zukunft noch erleben dürfen und umsetzen können.

Abenteuer Leben

Das Leben ist nicht immer leicht. Doch letztendlich bestimmen wir unseren Weg, und das ist das Schöne und Erfüllende. Bewusst entscheiden zu können, ehrlich zu sich selbst zu stehen, mutig voranzuschreiten – das führt uns zu einem selbstbestimmten und zufriedenen Leben. Ein Leben, das sich nach unseren Werten richtet, ein Leben, in dem wir uns selbst treu bleiben und wachsen. Dabei ist es wichtig, sich selbst nicht zu verurteilen, wenn es mal nicht so läuft, wie geplant. Jeder Schritt, egal ob vorwärts oder rückwärts, bringt uns näher zu dem Leben, das wir wirklich wollen.

Unser Leben ist eine Abenteuerreise – mit Höhen und Tiefen. Genießen wir diese, lassen wir uns nicht verunsichern oder verängstigen, trotzen wir den Schwierigkeiten.

„Zu stolpern und hinzufallen, ist keine Schande, solange wir dann wieder aufstehen, den Staub aus den Kleidern klopfen, das Krönchen gerade richten, nach vorne blicken und erhobenen Hauptes auf unserem persönlichen Weg weitergehen. Und irgendwann werden wir rückblickend feststellen: Genau dieser Sturz, dieser Tiefpunkt in meinem Leben hat mich dazu motiviert, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen, das Geschenk der Freiheit dankbar anzunehmen und die nächsten, richtigen Weichen zu stellen.“
(Harald Pichler, aus „Arbeit – Sinn und Motivation“)

Sie wissen nicht so genau, wohin Ihre Reise gehen soll? Wie Sie Ihr Leben gestalten wollen? Oder Sie wissen es und es fehlt Ihnen der Mut, Entscheidungen zu treffen und Ihre Visionen wahrzumachen?
Dann lade ich Sie herzlich ein zu dem Wochenend-Retreat „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen“ im Kloster Buddhas Weg.

Mehr Infos gibt es hier: Buddhas Weg